Tool zur evidenzbasierten Entwicklung von Weiterbildungsangeboten

Die Entwicklung von Studienprogrammen erfolgt in Hochschulen bislang nahezu ausschließlich angebotsorientiert. (vgl. Hanft 2014, S. 10) Da die Verantwortung diesbezüglich i.d.R. bei den Selbstverwaltungsorganen (Fakultäten, Lehrstühlen) liegt, wird im Zuge dessen meist darauf vertraut, dass die jeweiligen Verantwortlichen einen – wie auch immer definierten – Bedarf kennen und der Entwicklung zu Grunde legen. Nicht selten liegt allerdings der Verdacht nahe, dass dabei vor allem interessengeleitet oder aus tradierten Routinen der entsprechenden Fachdisziplin heraus agiert wird. Die Frage der Berufsvorbereitung von Studierenden und die damit einhergehende Auseinandersetzung mit möglichen Strategien und Gestaltungsformen eines berufsvorbereitenden akademischen Lernens scheinen demgegenüber eher untergeordnete Zielkategorien der Studiengangsentwicklung zu sein. (vgl. Arnold 2015, S. 8)

Die evidenzbasierte Herangehensweise des Projektes EB zielt im Gegensatz darauf ab, die Angebotsentwicklung auf empirisch fundierte Erkenntnisse zu stützen. Die Idee einer datengestützten Angebotsentwicklung basiert in ihrer grundsätzlichen Intension auf dem Ansatz von evidenzbasierter Bildungspolitik. Sie stellt faktisch die Übertragung von Evidence-based Educational Governance von der Ebene des gesamten Bildungssystems (Makrobene) auf die Organisationsebene der Hochschule (Mikroebene) dar. Hierbei wird die Annahme zu Grunde gelegt, dass Entscheidungsträger in Hochschulen gleichermaßen daran interessiert sind, ihre Entscheidungen auf Grundlage von empirischen Daten zu treffen. Aus dem gesamten Kontext einer so zu definierenden evidenzbasierten Hochschulentwicklung fokussieren wir uns dabei auf den Bereich der Entwicklung von Studienprogrammen. Im Kern stellt sich die Frage, welche Information Entscheidungsträger in Hochschulen für eine bedarfsgerechte, zielgruppenadäquate Entwicklung von Studienangeboten benötigen. Die wesentliche Herausforderung liegt diesbezüglich in der Auswahl, Generierung, Kombination und Transformation relevanter Daten.

Die vor diesem Hintergrund intendierte Entwicklung eines Tools zur datengestützten Gestaltung von Studienprogrammen orientiert an drei Phasen: der Angebotsplanung, der Angebotsentwicklung und der Angebotsumsetzung. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Phase der Angebotsplanung. Durch die Nutzung amtlicher Daten sowie eigener Datenerhebungen sollen die Hochschulen unterstützt werden, bereits in der Planungsphase eine fundierte Einschätzung dahingehend zu treffen, inwiefern ein Bedarf an spezifischen Weiterbildungsangeboten besteht und in welchen Bereichen demzufolge die Entwicklung von Studienprogrammen sinnvoll erscheint. Als regionale Bezugsgröße für die Auswahl, Erhebung und Nutzung relevanter Daten fungiert im Rahmen des Projektes die Region Westpfalz.

 

Um den Hochschulen dauerhaft zu ermöglichen, systematisch Weiterbildungsbedarfe zu analysieren und mit entsprechenden Bildungsangeboten darauf zu reagieren, soll im Rahmen des Projektes pilothaft ein Modell für ein dauerhaftes Bildungsmonitoring im Hochschulbereich entwickelt und erprobt werden. Den Kern bildet diesbezüglich ein Monitoring System. Dieser Bildungsmonitor ist ein datenbankgestütztes System, welches systematisch

  • Angebot und Nachfrage von Fachkräften in der Region Westpfalz (Arbeitsmarkt) dargestellt,
  • das Bildungsverhalten unterschiedlicher Zielgruppen (Bevölkerung) dargestellt sowie
  • in der Region existierende Bildungsangebote (Bildungsmarkt) dargestellt

 

Modell einer evidenzbasierten Angebotsentwicklung (eigenen Darstellung)

Entwicklung durch Bildung (E hoch B)

Ein Verbundprojekt der:

HS Kaiserslautern TU Kaiserslautern Hochschule Ludwigshafen am Rhein

Gefördert von